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Reisebericht Griechenland

Logbucheintrag 9, 23. Juli 2016, Erde

 

Ein kurzer Reisebericht von unserem Filmstart in Griechenland.

Nach Deutschland, Österreich und der Schweiz startete Projekt A im Mai auch in Griechenland in den Kinos und an anderen Spielorten. Unsere heimliche Sneak Preview fand am 13. Mai im voll gefüllten Parko Navarinou statt. Es hat uns riesig gefreut, an den ersten unserer weit entfernten Drehorte zurückzukehren. Projekt A lief dort im Rahmen des Festes zum siebenjährigen bestehen des Parkos.
Kinostart war dann am 19. Mai im Alkionis Kino. Auch dort war Marcel vor Ort und stand dem Publikum Rede und Antwort. Es folgten Spieltermine und Publikumsgespräche (teils mit Protagonisten) in weiteren Athener Kinos, ein Screening auf dem anarchistischen B-Fest, eine Vorführung an der Athens School of Fine Arts und zu guter Letzt, bevor es Mitte Juni per Schiff in Richtung Ancona ging, eine wunderschöne von Studenten organisierte Vorführung auf den Treppen über Patras.

Neben verschiedenen Presseartikeln war einer der Highlights die Radiosendung im öffentlichen griechischen Rundfunk ERT. Hier geht es zum Projekt A YouTube Kanal und hier direkt zur Sendung.

Wie ist die derzeitige Situation in Griechenland? Im Vergleich zu dem Hauptblock unserer Dreharbeiten 2012 und 2013 ist es, was den Widerstand der Bevölkerung angeht, auf jeden Fall ruhiger geworden.
Der Alltag der Menschen ist von den Sparprogrammen geprägt und nach wie vor gibt es wöchentlich Streiks, die das tägliche Leben der Menschen erschweren. Gerade bei den öffentlichen Transportmitteln kann das sehr einschneidend sein. Da bleibt man schnell einmal auf einer Insel sitzen, wenn die Matrosen die Arbeit für vier Tage niederlegen oder erreicht diese erst gar nicht (so erging es dem reisenden Marcel).

Andere Auswirkungen treffen nur die griechische Bevölkerung selbst. Die Kapitalverkehrskontrollen zum Beispiel erlauben es ihnen wöchentlich, maximal 420 € von der Bank abzuheben. Bei einem Gehalt von beispielsweise 750 € monatlich, für einen Grundschullehrer, kommt man allerdings selten in die Verlegenheit, dieses Limit auszureizen. Die Lebenshaltungskosten sind dabei mit denen in Deutschland vergleichbar.

Interessant war auch zu sehen, dass trotz der Krise das Leben für weite Teile der Gesellschaft seinen gewohnten Gang geht. Selbst wenn es das untere Drittel der Gesellschaft hart erwischt, können sich immer noch genügend Gutsituierte ein Bier für 3,50 € in einer Szenenkneipe leisten.

Was uns sofort aufgefallen ist und worüber wir uns natürlich sehr gefreut haben, ist die größere Zahl an Radfahrern in Athen. Waren es vor zwei, drei Jahren nur einzelne Verrückte, die sich durch den Auto- und Motorradverkehr der hügeligen Stadt wagten, so werden es jetzt mehr und mehr. Dass das ganze nicht nur ein Zeichen der ökonomischen Zwänge, sondern durchaus auch einen ökologischen und sportlichen Aspekt hat, zeigen auch die stattfindenden Fahrraddemos. Großer Respekt!

Wie auch andernorts in Europa engagiert sich die anarchistische Bewegung derzeit vor allem im Bereich der Flüchtlingsarbeit. Viele Besetzungen in Athen werden für und mit Flüchtlingen durchgeführt. Die Solidarität geht dabei über die Bewegung hinaus – umso bemerkenswerter, wenn man sich vor Augen hält, in welcher wirtschaftlichen Situation sich viele Menschen im Land gerade befinden.

Durch den EU-Deal mit der Türkei kommen allerdings immer weniger Flüchtlinge auf den griechischen Inseln an und so brechen viele Gruppen auf Lesbos und auch anderenorts ihr Zelte ab. Genügend zu tun wird es sicherlich weiterhin geben.
Und die Regierung? Die Enttäuschung über die Syriza-Regierung in der Bewegung, sowie in der restlichen Bevölkerung, ist groß. Dennoch bleibt festzustellen, dass zumindest Besetzungen derzeit nicht geräumt werden. (Anmerkung 10. August 2016: Das stimmt leider nicht. Am 27. Juli wurden in Thessaloniki drei Besetzungen geräumt und auch im Jahr zuvor fanden Räumungen statt. Bei welchen staatlichen Organen die Verantwortung für die Räumungen liegt wissen wir derzeit nicht)
 Der Druck auf den Immobilienmarkt in Athen ist momentan allerdings auch nicht gerade hoch. Etwa 30% der Häuser stehen leer. Die Preise sind im Keller und erste Immobilienhaie aus dem In- und Ausland beginnen sich günstig zu bedienen. Irgendwann wird der Aufschwung schon kommen und bis dahin ist wieder ein bisschen mehr Eigentum in den Händen Weniger.
Dennoch zeigt sich hier ein Umfeld, in dem viel Raum für Veränderungen vorhanden ist. Für Veränderungen, die notwendig sind, aber von der Frage abhängen, ob die Menschen in der Lage sind, langfristig funktionierende Projekte und Strukturen aufzubauen.



Wer Interesse hat, den Parko Navarinou tatkräftig oder anderweitig zu unterstützen, kann direkt über parkingparko@espiv.net Kontakt mit ihnen aufnehmen.



Wir möchten uns bei all jenen Bedanken, die uns geholfen haben, den Film nach Griechenland zu bringen. Das war erst der Anfang.



Für weitere Vorführungen und Anfragen aus Griechenland bitte entweder direkt an greece@projekta-film.net (deutsch, griechisch, englisch) schreiben. Oder über unsere griechische Facebook Seite Kontakt mit uns aufnehmen. Dort findet ihr auch weitere Spieltermine und Presseartikel.

πολλές ευχαριστίες

Marcel & Moritz

14 Tage Kino

Logbucheintrag 8, 16. Februar 2016, Erde

 

Liebes anarchistisches Publikum,

zwei Wochen nach Filmstart können wir nur eines sagen: Wir sind überwältigt.

Es fällt schwer die Menge an Erlebtem und all die positiven Eindrücke der letzten paar Tage hier auch nur einigermaßen entsprechend in Worte zu fassen.

Die offene und durchwegs positive Presseresonanz, die überfüllten Kinos (für diejenigen, die manchmal nicht mehr hinein kamen, tut es uns wahnsinnig leid) und vor allem das unglaubliche Feedback nach dem Film haben wir so nicht erwartet und es haut uns förmlich um. Den Anfang machte die Premiere am 2. Februar in Berlin. Angesichts der 450 Plätze im großen Saal der Volksbühne kam erst mal das große Muffensausen. Wo sollten die ganzen Menschen herkommen? Am Ende war die Volksbühne ausverkauft!!! 570 Menschen und einige mußten leider wieder nach Hause gehen.
Danach ging es direkt auf Filmtour. Wir – Hanna, Moritz und Marcel – starteten im Norden und reisten von Kino zu Kino. Greifswald, Rostock, Hamburg, Kiel, Lübeck, Berlin, Potsdam und Eberswalde – überall das gleiche Bild. Lange Schlangen an der Kinokasse und großes Interesse von allen Seiten. Mehr als 4000 Zuschauer in 15 Tagen, obwohl wir in sehr vielen Städten noch gar nicht angelaufen sind.
Unglaublich! Jeden Tag kommen neue Kinos dazu, die Projekt A spielen wollen. Nicht zuletzt auch immer wieder durch die Initiative von Menschen vor Ort, die ihre Kinos ansprechen. Jörg von Drop-Out jongliert mit den Kopien und teilt und vernetzt unermüdlich. Einen aktuellen Überblick über die Spieltermine findet ihr hier.
Am spannendsten sind für uns die Diskussionen und Gespräche nach dem Film. Ob aus diesem positiven Gefühl, dass die Menschen scheinbar mit nach Hause nehmen etwas entstehen wird, werden wir sehen. Wünschen würden wir es uns.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle auch bei allen Stiftungen und Gruppen, die uns die Filmtour ermöglichen:
Petra Kelly – Heinrich-Böll Stiftung Bayern / Umdenken – Heinrich-Böll Stiftung Hamburg / Heinrich-Böll Stiftung Mecklenburg-Vorpommern / Heinrich-Böll Stiftung Sachsen-Anhalt / FAU Dresden / Attac Regionalgruppe Dresden / UT Connewitz / Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg / Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung / Stern e.V. / Kulturbüro Stadt Burghausen / FAU Regensburg / Ostentor Kino Regensburg / und manche die noch dazu kommen und andere, die wir vergessen haben.

Und hier noch ein Presse Best Of
→ Fernsehen (ab Minute vier): BR Kino Kino

→ Radio: Deutschlandradio Kultur

→ Print: Süddeutsche Zeitung

→ Print: Graswurzel Revolution Interview

Das Projekt A Kollektiv

Kinostart!!!

FP_BLOG_Projekt A Logo

Logbucheintrag 7, 28. Dezember 2015, Erde

 

Liebe Freundinnen, Anarchisten und solche die es werden wollen,

es gibt zwei tolle Neuigkeiten:
Erstens ist der neue Trailer fertig, auf unserem Vimeo Kanal könnt ihr ihn ansehen.
Wir finden ihn grandios gelungen und sagen ein herzliches Dankeschön an die Jungs von Trailerhaus für die tolle Arbeit und unendliche Geduld mit uns ewigen Nörglern, Frans Stummer für die Mischung und Jan Klonowski von den Rabauken, der wie immer zur Stelle war um an den Farben zu schrauben, Untertitel zu setzen und das ganze Ding in allen möglichen und unmöglichen Formaten auszuspielen. Und last but not least natürlich den Ärzten, deren wunderbaren Song wir benutzen durften. Muchas Gracias!

Zweitens steht der Termin für den Kinostart: Ab dem 4. Februar läuft Projekt A in den deutschen Kinos. Wir freuen uns, dass Jörg von Drop-Out Cinema sich mit uns auf den Weg gemacht hat um den Film in die Welt zu tragen. Mit den Verleihförderungen hat es leider nicht so geklappt, wie wir uns das gewünscht haben. Wir werden uns davon aber nicht aufhalten lassen und wie immer versuchen unser Ziel auf unkonventionellen Wegen zu erreichen. Eines davon ist die bereits angekündigte Filmtour, mit der wir so viel Aufmerksamkeit wie möglich für den Film und das Thema bekommen wollen. Spieltermine in den Kinos und die Termine der Filmtour findet ihr hier. Die Termine werden ständig aktualisiert.
Den Anfang der Tour machen wir am 2. Februar in Berlin, wo wir in der Volksbühne die Premiere zum Kinostart feiern. Ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein. Hanna Poddig (Protagonistin) und ein Großteil des Teams werden anwesend sein. Menschen, die beim Crowdfunding eine Einladung zur Premiere oder Kinokarten gewählt haben oder Menschen, die beim Übersetzen und ähnlichen Dingen geholfen haben und kommen wollen, bitte bald bei uns melden. Sie kommen natürlich so rein.
Für alle anderen ist es möglich, direkt über die Volksbühne Karten zu bestellen.
Im Anschluß an den Film findet eine feine Party im Roten Salon statt. Wer bei der Premiere in München dabei war, weiß, dass es sich lohnt. Nach der Berlin Premiere führt uns die Filmtour dann erstmal durch den Norden Deutschlands. Ab dem 16. Februar werden wir auch im Süden unser Unwesen treiben. Falls ihr den Film (oder auch uns) zu Euch holen wollt, meldet euch bei uns, wir nehmen gerne Kontakt zu euren lokalen Kinos auf.
Ansonsten könnt ihr uns im Moment am Besten durch Mund- und anderweitige Propaganda sowie Kontakten zu Pressmenschen nicht nur in Funk und Fernsehen helfen. Ein erstes Interview mit uns gibt es schon einmal in der aktuellen Ausgabe des Gaudiblatts aus München. Viel Spaß damit.

Gut beschäftigt und gerade deswegen voller Vorfreude

M & M

Kinoverleih und mehr…

Drop-Out Cinema

Logbucheintrag 6, 29. Oktober 2015, Erde

 

Servus Allerseits!
Wir freuen uns mitteilen zu können, dass Projekt A gegen Ende Januar 2016 im Verleih von Drop-Out Cinema in die deutschsprachigen Kinos kommen wird. Drop-Out Cinema ist ein genossenschaftlicher Filmverleih und passt mit seiner alternativen Herangehensweise und Zielsetzung wunderbar zu uns und Projekt A. 
Mit Drop-Out Cinema haben wir die Möglichkeit gemeinsam darüber zu entscheiden, wie und wo wir den Film rausbringen wollen, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen und Diskussionen auch außerhalb anarchistischer Kreise anzustoßen. Hierbei sind wir auch auf Eure Mithilfe angewiesen. Wenn ihr den Film bei Euch in der Stadt zeigen wollt, Ihr uns ein Lieblingskino empfehlen könnt oder eine Diskussion mit regionalen Gruppen und Initiativen veranstalten wollt, seid Ihr herzlich eingeladen mit uns Kontakt aufzunehmen.

Wer nicht bis Januar 2016 warten möchte, kann Projekt A am Dienstag, den 24. November um 17 Uhr auf dem Polit-Film-Fest in Innsbruck sehen. Der Film wird dort zum ersten mal mit deutschen Untertiteln gezeigt und im Anschluß an die Vorführung steht Marcel dem Publikum Rede und Antwort.

Bleibt noch zu sagen, dass mittlerweile feine Projekt A Shirts im Umlauf sind und somit nur noch die DVD und der Download als Dankeschön unserer Crowdfunding Kampagne offen sind. Diese wird es erst nach der Kinotour geben. An dieser Stelle Danke für Eure Geduld!

Noch ein paar Neuigkeiten zu Menschen aus dem Film:
2012 begleiteten wir Hanna Poddig während der Blockade eines Urantransports aus der Urananreicherungsanlage Gronau. Zusammen mit einem anderen Aktivisten kettete sie sich damals an die Gleise und konnte so die Abfahrt des Zuges um mehrere Stunden verzögern. Wie nicht anders zu erwarten war, kam es zu einem Gerichtsverfahren, das im September schließlich in einer Urteilsverkündung mündete. Für die Aktion, die im Film zu sehen ist, wurden sie nun zu 110 bzw. 90 Tagessätzen wegen Störung öffentlicher Betriebe verurteilt. 
Gegen das ungewöhnlich hohe Urteil werden die Aktivisten Rechtsmittel einlegen. 
Ausführlichere Infos zum Urteil und weiteren Protesten findet Ihr hier

Daniel Überall vom Kartoffelkombinat aus München, ist Mitinitiator der Intereuropean Human Aid Association, die Flüchtlingen direkt und schnell hilft.
 Hier geht es zu dem aktuellen Videoaufruf.

Last but not least noch ein kleiner Filmtipp um Euch die Warterei bis zu unserem Filmstart zu verkürzen: „How to change the world“ läuft derzeit in den Kinos. Es geht um die Anfänge von Greenpeace, ein spannender Dokumentarfilm mit unglaublichem Archivmaterial, der nur zu empfehlen ist.

Beste Grüße und gehabt Euch wohl

Marcel, Moritz, Tobi & ab jetzt auch Jörg von Drop-Out Cinema

Filmfest München… ;-)

Logbucheintrag 5, 7. Juli 2015, Erde

 

Es waren unglaublich grandiose Tage auf dem Filmfest in München. Die Premiere und auch die anderen Vorstellungen waren trotz der großen Hitze super besucht und das Feedback war überwältigend.
Das Publikum bestand aus Freunden, Bekannten, Anarchisten, Nicht-Anarchisten, Filmleuten und vielen anderen Menschen. Soweit wir das beurteilen können, konnten alle auf die eine oder andere Art mit dem Film etwas anfangen.
Schon gleich nach der Premiere entwickelten sich verschiedene spannende Gespräche und Diskussionen.

Eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Filmfestes und im Bezug auf unseren Film fand am Freitag, den 3. Juli unter dem Titel „Anarchismus – Das Werkzeug für eine bessere Welt ?!“ im Gasteig statt. Auf dem Podium saßen zwei unserer Protagonisten, Hanna Poddig und Daniel Überall, unser wissenschaftlicher Berater und Anarchismus-Experte Dr. Peter Seyferth, Moritz und ich. Es ging um Anarchismus, den Film, konkreten Fragen zu den Projekten und was sich perspektivisch aus diesen entwickeln kann.

Am Ende haben wir auch noch den Publikumspreis gewonnen. Für uns absolut unglaublich! An dieser Stelle ein großer Dank an alle, die sich von dem Barcode Ticket System nicht haben austricksen lassen und es geschafft haben für uns zu stimmen. Der mit Ruhm und Ehre dotierte Preis hat uns und dem Thema einiges an Aufmerksamkeit beschert. Und das ist gut so, denn im Vorfeld hatte die Presse nicht sonderlich viel über uns berichtet.

Im Moment arbeiten wir gerade an den nächsten Schritten von Projekt A. Etwa bis November wollen wir damit vor allem auf Festivals gehen. Das hilft zum einen dem Film eine breite Aufmerksamkeit zu verschaffen, zum anderen der Möglichkeit ihn ins Fernsehen zu bringen und die richtigen Ansprechpartner für den Verleih und Vertrieb zu finden.
Dann geht es in die Kinos (derzeit sind wir mit verschiedenen Verleihern im Gespräch), was wir mit einer Filmtour nach Griechenland, Spanien und andere Länder verbinden wollen. Darauf folgen dann die DVD´s und die Streaming Möglichkeiten des Films. Sobald wir einen genauen Zeitplan haben, werden wir Euch über die Website auf dem laufenden halten.

Uns ist wichtig, so viele Menschen wie möglich mit dem Film zu erreichen. Schon jetzt bekommen wir viele Anfragen von Hausprojekten, Wagenplätzen und anderen selbstverwalteteten Orten, die Projekt A bei sich zeigen wollen. Das finden wir super. Allerdings denken wir, dass an diese Orte vor allem Menschen kommen werden, die dem Thema eh schon sehr affin gegenüber stehen. Wir möchten mit dem Film die Thematik für viele Menschen öffnen und damit auch diejenigen erreichen, die bisher noch nicht mit den Ideen des Anarchismus in Berührung gekommen sind. Wir denken, dass wir deshalb in die Kinos oder an andere öffentliche Orte gehen sollten.
Natürlich schließt das eine das andere nicht aus, auf jeden Fall freuen wir uns über jede Unterstützung und Anfrage auf diesem Weg.

Nicht ganz unabhängig vom Film und gerade mit Blick auf Griechenland denken wir darüber nach, welche Projekte wir selbst als nächstes starten wollen. Mehr dazu und zu vielen anderen Themen gibt es in Kürze hier auf der Website. Nutzt den Newsletter!

Beste und vor allem solidarische Grüße

Marcel & Moritz

P.S.: Auch die Premierenparty war grandios! Es wurde eifrig getanzt!!! 😉

Der Film ist fertig. Premiere in München. YEAH!

Logbucheintrag 4, 23. Juni 2015, Erde

 

Der Film ist fertig und wir feiern auf dem Filmfest in München am 2. Juli die Premiere von Projekt A!

Es liegt ein dreimonatiger Marathon hinter uns. Im November und Dezember hatten wir zusammen mit Frank, unserem Cutter in München einen ersten Rohschnitt erarbeitet. Es gab eine erste Sichtung mit Testpublikum, die gut ankam, bei der aber auch einige Baustellen klar wurden. Vor allem wurde deutlich, dass wir an den Offtexten feilen mussten. Sie halten den Film zusammen und sollen auch unsere Haltung zum Thema reflektieren. In den folgenden Monaten schickten wir zwischen Niederfinow und Altötting die Text und Schnittversionen hin und her. Inzwischen sind wir bei Version 27 angelangt. Viele kleine Schritte, die sich aber am Ende gelohnt haben.

Ende April erreichte uns dann die Zusage des Münchner Filmfests. Eine großartige Nachricht. Wir sind alle auf die ein oder andere Weise mit München verbunden und viele Menschen, die uns unterstützt haben sind es ebenfalls. Zudem ist das Münchner Filmfest ein großartiges internationales Festival und wir hoffen auf eine große Bühne für Projekt A. Gleichzeitig war der Film zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt von einer vorführfähigen Version. So folgten drei arbeitsreiche Monate: Die Offtexte wurden finalisiert, der Feinschnitt fertiggestellt, Rechte abgeklärt, der Offsprecher eingesprochen und geschnitten, Sounddesign und Mischung wurden gemacht, Farbkorrektur, Animation, Vorspann und Abspann.
Aber wie immer bei diesem Projekt gab es viele tolle Menschen, die uns großzügig unterstützt haben. Ein fettes Danke an alle an dieser Stelle!!!

Und jetzt ist der Film fertig! So ganz können wir es noch nicht fassen. Fünf Jahre hat uns Projekt A begleitet, mit vielen Auf und Abs. Für uns war es eine ganz persönliche Reise und zudem die Möglichkeit uns mit grundlegenden Fragen auseinander zu setzen.
Die Begegnung mit tollen Menschen und Projekten hat uns inspiriert und jetzt kommt die Zeit all das weiterzugeben.

In diesem Sinne hoffen wir natürlich, dass ganz viele von euch nach München kommen, um mit uns zu feiern:

Premiere ist am Donnerstag, den 2. Juli  um 17 Uhr im ARRI Kino, Türkenstraße 91, München

Weitere Vorführungen gibt es am Freitag, den 3. Juli. um 22.30 Uhr (ebenfalls im ARRI Kino) und am Samstag, den 4.Juli um 15:00 Uhr im MÜNCHNER FREIHEIT 1

Tickets können direkt beim Filmfest erworben werden.

Am Donnerstag (2.7) gibt es ab 21 Uhr eine Premierenparty im Import Export in München.

Am Freitag (3.7) findet im Gasteig ein Gespräch mit einigen unserer Protagonisten statt. Titel der Veranstaltung:
ANARCHISMUS – DAS WERKZEUG FÜR EINE BESSERE WELT? EIN GESPRÄCH MIT DEN MACHERN UND PROTAGONISTEN VON PROJEKT A
Der Eintritt ist kostenlos. Tickets müssen gelöst werden. Mehr Infos dazu hier.

Wie es nach München weiter geht, können wir noch nicht genau sagen. Es gibt einige Festivals auf dem wir den Film gerne zeigen würden und natürlich wollen wir mit dem Film auch ins Kino und unsere Filmtour machen. Bis die DVDs heraus kommen, wird es noch ein bisschen dauern.

Es grüßen erschöpft, aber sehr zufrieden

Moritz und Marcel

Wie alles begann…

Blogbucheintrag 3, 10. November 2014, Erde, Niederfinow

 

Wie alles begann…

Erstmal ein fettes Dankeschön an alle Supporter, die uns bis jetzt unterstützt haben. Noch ist es ein gutes Stück Weg zu den nötigen 8.000 €, aber wir sind guter Dinge. Besonders freuen uns die Angebote diverser Menschen uns mit ihrem Wissen und Fähigkeiten zu unterstützen! Um euch die verbleibenden 30 Tage zu versüßen, gibt es hier im Blog immer wieder Hintergrundinfos und aktuelles zum Film. Und weil Weihnachten bald vor der Tür steht, schaut unsere Dankeschöns nochmal durch. Was gibt es schöneres als seine Familie zu radikalisieren ;-).

Nun aber zum Thema: wie alles begann.

Das Projekt nahm seinen Anfang im Jahre 2008. Zufällig hörte ich einen Vortrag des deutschen Anarchisten Horst Stowasser. Er sprach auf einer Konferenz zur partizipativen Demokratie über seine anarchistischen Ansätze und Idee. Es war einer dieser Momente, die einem die Augen öffnen. Ich bin ein systemkritischer Mensch, durch Punk sozialisiert und schon immer mit dem Impuls die Dinge lieber selber in die Hand zu nehmen als sie einer Institution oder höheren Instanz zu überlassen. Stowasser erzählte mir nichts vollkommen neues, aber er fasste die Dinge, die ich tief in mir wußte und für richtig hielt in Worte. Seine Antriebsfeder und Inspiration war dabei der Anarchismus. Damals wie heute liegt der Reiz der anarchistischen Idee(n) für mich nach wie vor darin, dass nicht der ein oder andere Aspekt eines Systems hinterfragt wird, sondern das System an sich. Gleichzeitig bieten sie eine Palette von Ideen wie man eine Gesellschaft anders organisieren könnte. Wenn wir die herrschende Missstände wirklich ändern wollen, braucht es radikale Ansätze. Radikal im Sinne, das wir das bestehende nicht akzeptieren müssen, sondern bereit sind Dinge neu zu denken. Das Faszinierende am Anarchismus ist, dass er zeigt, dass es in der Geschichte Momente gab, in denen eine andere Form der gesellschaftlichen Organisation durchaus greifbar war.
Horst war natürlich sofort von der Idee begeistert einen Dokumentarfilm über das Thema zu drehen. Kurz darauf kam Marcel mit an Bord, nicht nur als Kameramann sondern als gleichberechtigter Partner. Wenn schon ein Film über Anarchismus, dann sollte sich das auch in unserer Arbeitsweise widerspiegeln. Es folgte intensive Recherche auf theoretischer und praktischer Ebene. Uns ist natürlich bewusst, dass der Anarchismus nicht das Allheilmittel für all unsere Probleme sein kann. Unsere Haltung als Filmemacher ist dennoch klar:
Wir sind für eine nicht-hierarchische Organisierung der Gesellschaft.

Leider verstarb Horst Stowasser 2009 viel zu früh an einer Blutvergiftung. Es ist nicht nur für den Film ein großer Verlust, sondern war auch auf ganz persönlicher Ebene ein großer Schock für uns. Horst gilt unser unendlicher Dank für seine Energie und seine Leidenschaft. Sein großartiges Buch „Anarchie: Idee – Geschichte – Perspektive“ diente uns als Orientierungshilfe und Basis während unterschiedlichen Phasen des Projekts.

Von Anfang an war es unser erklärtes Ziel des Films sowohl eine Einführung in die Idee des Anarchismus zu geben als auch herauszufinden, was es an aktuellen Projekte gibt. Wie bei allen große politischen Visionen ist die Umsetzung in der Realität nicht so einfach, wie man sich das am Reißbrett vorstellt. Die anarchistische Parallelgesellschaft gibt es nicht. Alles was wir tun, findet im Bestehenden statt. Ein Großteil der Energie antiautoritärer Bewegungen geht für den Kampf gegen das System drauf. Wir haben uns entschieden unseren Fokus auf Projekte und Menschen zu richten, die an der konkreten Umsetzung einer anarchistischen Vision arbeiten bzw. erste Schritte in die Realisation einer solchen gehen.

Inwieweit uns das gelungen ist, müsst ihr anhand des fertigen Filmes selbst beurteilen. Wir hoffen, dass wir mit dem Projekt Diskussionen anstoßen und die anarchistische Theorie wieder mehr in den Diskurs bringen.

In diesem Sinne:
Lasst uns wissen, was ihr denkt, schreibt an die Pinnwand auf startnext, postet bei facebook oder schickt uns mails, auf die wir gerne in unseren Blog eingehen.

Moritz

Taratarataaaa… Es geht los

Logbucheintrag 2, 6. November 2014, Erde, Altötting

 

Taratarataaaa – Ladies and Gentleman,

nach einer langen Warterei auf die Legitimation unserer Bankunterlagen ist es endlich soweit. Die Bürokratie ist nicht besiegt, dennoch startet heute unsere Crowdfunding Finanzierungsphase auf Startnext. An dieser Stelle ein Dank an alle Fans. Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel und jetzt gilt es uns zu unterstützen und das Projekt mit Euren Freunden und in Euren Netzwerken zu teilen. Bis zum Sonntag, den 14. Dezember wollen wir so viele Menschen wie möglich auf den Film aufmerksam machen. Christen und Ex-Christen unter Euch wissen, das ist der Zweite Advent und wie heißt es so schön: Tu Gutes oder besorg Dir wenigstens ein Dankeschön als Weihnachtsgeschenk!

Am Sonntag bereits zeichnete Rüdi von Pogoradio seine 677 Pogoradio Sendung auf. Projekt A war zu Gast, zugeschaltet per Skype Verbindung aus Altötting. Folgendes möge man uns verzeihen: Zweimal Kater und einmal Sonntag Abend, wir waren nicht die fittesten und hoffen, dass Euch der eingespielte Punkrock bei Laune hält. Zum Download der Sendung geht’s hier.
Wer gerne mehr über die parasitäre Verbindung von Pogo, Punk und Anarchie wissen möchte, dem sei der Artikel „Punk und Anarchismus: Ein seltsames Paar“ von Dr. Peter Seyferth wärmstens empfohlen, auch wenn es in unserem Film gerade darum geht, gängige Klischees nicht zu bedienen und den Anarchismus als ernstzunehmende politische Theorie wahrzunehmen.

Während Ihr lest, versuchen wir Struktur in unsere 50 Stunden Material zu bekommen. Im Klartext heisst das, Moritz dampft in Niederfinow Interviews ein, Frank schneidet in München an dem deutsprachigem Material mit Hanna rum und ich kümmere mich von Altötting aus um die letzten Übersetzungen und Untertitel. Ach ja und der Tobi sitzt in Wien und wird womöglich der erste sein, der Eure Anfragen beantwortet. Nach und nach wird es auch noch ein paar mehr Dankeschöns geben, wir haben an verschiedenen Orten mehrere Haufen toller Sachen stehen, die wir nicht alle auf einmal einstellen wollten. An dieser Stelle nochmal einen großen Dank an all die Menschen und Projekte, die uns hier unterstützt haben.

Lange Rede, kurzer Sinn. Es geht los mit dem Crowdfunding. Bis 14. Dezember müssen wir mindestens 8.000,- € beisammen haben. Unser Ziel sind 15.000,- €!

Muchas Gracias und ein antiautoritäres Ahoi!

Marcel, Moritz & Tobi

Erste Worte, erster Logbucheintrag

Logbucheintrag 1, 17. Oktober 2014, Erde, Altötting

 

Liebe Freunde und Freundinnen des antiautoritären Films,

es geht los! Hiermit heiße ich Euch im Namen von Moritz, Tobi, mir und allen anderen Beteiligten willkommen zur Startphase unseres Crowdfundings für Projekt A.

Die allermeisten Infos zum Film findet ihr auf der Seite selbst. Wenn ihr weitere Fragen haben solltet – immer her damit! (Hier unter „Starter schreiben“, an die Pinnwand oder auch über das Kontaktformular auf unserer Website www.projektA-film.net)

Hier im Blog wollen wir Euch zum einen auf dem Laufenden halten, wie es voran geht mit dem Film und was wir gerade so treiben, zum anderen wollen wir uns auch inhaltlich mit Anarchismus auseinandersetzen – gerne mit Eurer Beteiligung!

Projekt A – Ein weiterer Film über Widerstand und Projekte?
Ja…äh… Nein…äh… Jein. Wir schätzen Filme wie „Für eine andere Welt“, „Everyday Rebellion“, „Another World“ oder auch das Film- und Buchprojekt „Pfade durch Utopia“ sehr. Und so spannend die bunte, actionreiche Welt des Widerstands oder auch einzelne Aussteigerprojekte sein können – wir waren dennoch auf der Suche nach etwas anderem. Uns interessierten vor allem Projekte und Menschen mit einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive. Eine Perspektive, deren Ziel es ist, der Misere in der wir uns jetzt befinden zu entkommen.
Welche Ideen und Pläne gibt es jenseits der Revolte und welche ersten Schritte wagen Anarchisten und Antiautoritäre, um sich in Richtung ihrer Utopie zu bewegen? Und wie sieht diese Utopie eigentlich aus?

Daneben möchten wir, wie Horst Stowasser in seinem Buch „Anarchie! Idee – Geschichte – Perspektiven“, mit dem Film auch eine Einführung in das Thema bieten und Prinzipien und Ziele dieser heterogenen Bewegung skizzieren. (Zu Horst Stowasser und wie alles anfing später mehr)

Vor allem aber wollen wir den utopischen Diskurs befeuern und viele Diskussionen anstoßen.

Beste Grüße und auf den Weltfrieden!

Marcel